Unterkunft

Sejerlänner Mäckes

"Dann bin ich also auch ein Mäckes?" fragte ein Minister 1969, als er nach einem Besuch im Siegerland, einen kleinen irdenen Kaffeekessel mit drahtgeflochtenem Bügel und der eingebrannten Aufschrift "Mäckes" als Gastgeschenk erhielt.

Als Erläuterung sagte man ihm, damit würde man"fremde Kerle" bezeichnen, die von außerhalb kommen!

Diese Deutung des Begriffes "Mäckes" geschieht immer häufiger, vor allem seit der Zeit, da es Brauch wurde, Gäste mit dem genannten Geschenk zu beehren. Wenn man bedenkt, das "Mäckes"  auch ein Schimpfwort ist, wird das Geschenk mit der Wortdeutung "femde Kerle" widersinnig. Zeit also zu klären, was ein Mäckes wirklich ist (...) und wie der kleine Kaffeekessel zu seinem Namen kommt.

Im Siegerländer Wörterbuch von Heinzerling/Reuter (1968/ 2. Auflage/ S.276) kann man unter Anderem nachlesen:

MÄCKESJE, Mäckeskesselche, kleiner, irdener Kaffeekessel, so genannt, weil er bei den hauptsächlich hausierenden Mäckesern (Fremden) gekauft wurde, die untereinander oft stritten ( mäckese = zanken) und im Generalverdacht der Mäckeseräj (= Unordnung, Lumperei) standen.

Das Kaffeekesselchen selbst ist allerdings keineswegs negativ betzt, kleine und große Kessel dieser Art wurden vor allem genutzt um die Arbeiter in den Haubergen und bei der Feldarbeit mit warmem Kaffee zu versorgen. Früher war Übrigens oft der Familienname auf dem Kesselchen eingebrannt. Heute ziert es der eigene Name Mäckes und ist eben jenes zu Anfang erwähnte Gastgeschenk!