Unterkunft

Schloss Wittgenstein

Eine Burg wurde 1187 erstmals als "Widenkindigstein" urkundlich erwähnt. Mit der Anlage dieser Burg sicherte das Haus Battenberg seinen Einfluss im Wittgensteiner Land an der oberen Lahn. Im Jahre 1190 schloss Graf Werner I. von Battenberg und Wittgenstein einen Vertrag mit dem Erzbischof von Mainz, Konrad I. von Wittelsbach, demgemäß er dem Erzstift gegen eine Geldzahlung die Burg Wittgenstein aufzutragen versprach und sie von diesem als Lehen zurückerhalten sollte. Der Erzbischof blieb jedoch einen Teil der Zahlung schuldig, sodass der Vertrag nicht in Kraft trat und Werner sich schon nach einigen Jahren wieder aus der damit verbundenen Abhängigkeit von Mainz befreien konnte. Erst in einem Vertrag mit Werners Söhnen Werner II., Widekind I. und Hermann vom 2. September 1223 gelang es dem neuen Erzbischof Siegfried II., die Auftragung der Schloss Wittgenstein an das Erzstift zu erlangen und sie ihnen zu Lehen zu geben. Im Jahr 1238 folgte die Teilung des Hauses Battenberg in eine Battenberger und eine Wittgensteiner Linie durch die Söhne Widekinds I.

Schloss Wittgenstein und die Stadt Laasphe kamen an Siegfried I., der sich nunmehr Graf von Wittgenstein nannte. Mit dem Aussterben der Grafen von Wittgenstein im Mannesstamm 1359 fiel das Schloss an das Haus Sayn-Wittgenstein.

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde das Schloss 1634 besetzt und erheblich beschädigt, wurde jedoch wieder instand gesetzt. Bis 1950 diente es als Wohnsitz der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein.

Heute Internat und sogar Drehort für Filmproduktionen

Nachdem die Fürsten in das Schloss Schwarzenau umgezogen waren, wurde das Wohnheim eines Internats im Schloss untergebracht. Während der 1960er Jahre wurde dieses in das Gymnasium Schloss Wittgenstein umgewandelt. Inzwischen wurden viele Zimmer zu Klassenräumen umgebaut und es findet regulärer Schulunterricht statt. Für die Versorgung der Ganztagsschüler wurden die bestehende Internatsküche und der Speisesaal 2009 renoviert. Im März 2010 wurde ein Teil des Films "Dschungelkind" am Schloss gedreht.

Markanter Bau auf dem "Widukind"-Felsen

Wenig bekannt ist, dass das Schloss auf einem Felsen erbaut ist, der für die Namensgebung der Region Wittgenstein Bedeutung hat. Der "Widukind"-Felsen ragt auch heute noch unbehandelt und roh in einen der Glasgänge hinein, die den inneren "Rosengarten" umschließen. Innerhalb des Schlosses befand sich bis vor kurzem das fürstliche Archiv, das historische Dokumente aus den vergangenen Jahrhunderten verwahrt, vor allem ab dem 17. Jahrhundert. Dieses Archiv ist nach dem Eigentumsübergang in ein Gebäude der Rentkammer unterhalb des Schlosses verlegt worden.